Posted 10/30/2008 - 21:12 by Dirk
Es wird November – höchste Zeit, das gleichnamige Gedicht von Fritz Eckenga zum Vortrag zu bringen. Es ist einfach zu schön!
November, schwarzer Monat Du,
kehrst stets wieder, gibst nicht Ruh’,
schickst uns neue dreißig Tage
dunkeldüstergraue Plage.
Bleichst fahle Blässe in die Wangen,
machst Gesichter traurig hangen,
pflanzt unzählig Depressionen,
sorgst für unbespielbar Boden,
brichst das Licht mit klebrig Nebel,
hebst mit eklig Regen Pegel,
lässt die Winde grausig tosen
in unseren langen Unterhosen.
Schleichst Dich schleimig an uns ran,
doch wir wissen deutlich wann
Deine Marter übel droht.
Spätestens wenn Hundekot
wässrig sich mit Baumlaub quetscht
unter unsere Gummisohlen.
November, kannst uns nicht verkohlen!
Zu bestialisch fault Dein Odem
auf unserem teurem Teppichbodem.
November, alter Leichenschänder!
Los! Sag an! Schmeißt Du ne Lage
Schnaps auf Deine Totentage?
Hast so viele wie kein zweiter,
Kadaverfürst, vermaledeiter.
Wirst hemmungslos uns wieder quälen
mit Buß- und Bettag, Allerseelen
und heuer, ach, es ist gar greißlig,
mit Todestag des starken Schutzwalls,
der am Neunten Deiner dreißig,
vor so langer Jahre Frist,
viel zu früh verendet ist.
November, Sack, Du sollst verrecken!
am besten mit dem Pack der Jecken,
die sich an Deinem Elften wecken,
mit Humba, Ententanz und Prost –
vielleicht bringt ja Dezember Trost
und richtet Euch mit starkem Frost.
Ich komm’ zum Schluss mit dem Gedicht:
November, bist ein Arschgesicht!
Und für alle, die nicht gern selber lesen und statt dessen den Autor rezitieren lassen wollen (der das auch wirklich erstklassig macht) liefere ich das Tondokument gleich mit.
PS: Und wer mehr von Fritz Eckenga hören will, dem sei die CD Mein Wunderschöner Baumarkt empfohlen!
PS2: Weil es so schön war, habe ich mich wieder einmal zu einem Cross post hinreisen lassen 
